Vater Kind zelten 2005

Vater Kind zelten in Steinen / Westerwald 2005

Viele Interessenten gab es, die gerne noch mitgefahren wären. Alle ("neuen") haben aber (vielleicht wegen schlechter Wetterprognosen) krankheitsbedingt abgesagt.
So haben wir "Stamm-VKZler" entschieden künftig unter uns zu bleiben.
zelten
Am Freitag, dem Tag der Abfahrt, gab es in der Tat Grund zur Besorgnis. Es stellte sich Regen ein und es sah nach einem kühlen verregneten Wochenende aus. Nicht, das wir das nicht gewohnt gewesen wären, aber dann kam es doch völlig anders. Nach der unerwartet schnellen Autobahnfahrt verloren wir uns wegen eines LKW's zunächst auf der Landstraße. Ich hatte auch nicht die ganz korrekte Route gefunden, als wir uns dennoch Freilingen näherten. Vor mir schlich ein silberner BMW des Wegs. Nach einigen gemütlichen Kurvenpartien gewahrte ich das Kennzeichen: "MYK..." - das könnte Joachim sein. Und wirklich - zu fünft, die verlorenen Väter waren nun auch angekommen, rollten wir am Campingplatz ein. Obwohl wir recht früh unterwegs waren, waren wir nicht die ersten - Rolf hatte uns den Rang abgelaufen.
Die Zelte waren schnell aufgestellt und wenig später auch schon der Pavillon, der uns, wie jedes Jahr, vor Wind und Wetter schützen sollte.

Nach und nach trudelten die anderen Väter mit ihren Kindern ein und wie üblich waren die Kinder schnell verschwunden, während wir uns mit dem Aufbau der Zelte abmühten. Diesmal hatte besonders Heinz seine Probleme. Gerade war er fertig, da baute er es wieder ab, da die Plane nicht richtig saß. Er hat das ganze Wochenende mal hier mal dort wieder einen Häring gelöst und elegant an anderer Stelle wieder versenkt. So richtig glücklich war er mit seinem Eigenheim nicht.
Bald darauf verspürten die ersten Häuslebauer unbändigen Durst, der Gott sei Dank mit einem kleinen Fäßchen besten Kölner Gerstensaftes gelöscht werden konnte.

Schlauchboote waren diesmal deutlich mehr dabei als sonst - dank eines Lebensmitteldiscounters, der die schönsten Exemplare im Angebot hatte.
"Papa (oder auch Jürgen, Heinz, Uwe) dürfen wir mit dem Schlauchboot fahren", war eine der am häufigsten gestellten Frage.

Ach ja, Regen gab es auch noch ein bißchen, natürlich gerade als der Grill in Betrieb genommen wurde. Knapp eine 3/4 - Stunde bevor Wolfgang mit Martin und dem heiß ersehnten Fleisch planmäßig ankommen sollten, wurde die Kochstelle entfacht und hielt tatsächlich dem Regenschauer, dem Letzten, stand. Pünktlich kamen die beiden an und Grillmeister Uwe legte Hand an. Joachim packte die ersten Salate aus: Kartoffelsalat, Selleriesalat und Schichtsalat: "Wer kommt denn noch", fragte einer schnippisch. Joachim hatte Mengen mitgebracht, die vermutlich noch drei bis vier weitere VKZ-Wochenenden gereicht hätten.

Ob des langen Tages und ersten Badefreuden war der Hunger unserer Kinder groß und im Nu waren Würstchen und Spießchen in Unmengen in den kleinen Mägen verschwunden. Auch mancher Vater verleibte sich reichlich von Gebratenem und köstlichem Salat ein, dass es zu einem wahren Zufriedenheitsgeräuschfestival kam.

Zwischenzeitlich war auch Frank angekommen, der wieder seine Kirche (ein größeres Hauszelt) anlegte und mit Joachims Prachtbau konkurrierte. Der gemütliche Teil des Abends begann. Die Kinder tobten bis sie umfielen, so dass wir sie nur noch aufsammeln und in die Schlafsäcke verfrachten brauchten.

Ein Stück Fleisch war vom Abend übrig geblieben. Rolf, auch morgens einer der Ersten, nahm dieses als willkommenes erstes Frühstück gerne an. Es kündigte sich schönes Wetter an. Das hatten wir so gar nicht erwartet. Wir waren ratlos, als sich ein wunderbar sonniges Wetter auftat und zum Bade einlud.
Ständig kam es zu Bermerkungen wie: "Das bin ich jetzt aber nicht gewohnt, was machen wir denn jetzt bei dem schönen Wetter?"

Vor dem Frühstück wurde erst einmal gespült - vier Mann trabten los und reinigten schnell und gründlich das benötigte Geschirr. Einer lief los um die 100 vorbestellten Brötchen zu besorgen und zwei drückten sich vor alledem indem sie Kaffee kochten. Es wurden, wie in jedem Jahr, die kleinen hungrigen Mäuler gestopft bis wir Väter dran waren. Die meisten Kinder konnten sich zum Glück selbst versorgen und auch Hendrik brauchte keine Fleischwurst mit Nutella mehr zu essen. 

Thomas plagte bereits mittags der Durst und so schlugen wir das erste selbstkühlende Bierfäßchen an. Und siehe da - ein herrlich prickelndes kühles Bierchen ergoß sich aus der Zapfanlage.

Die Kinder waren derweil natürlich nicht zu bremsen und verbrachten den ganzen Tag im See. Der nahegelegene Spielplatz bot einige Abwechslung.

Es wurde sehr gemütlich. Mancher Vater machte eine Bootstour auf dem schönen kleinen See. So kam man auch in den Genuss den ein oder anderen Fischreiher zu beobachten.

Als das unglaublich schöne Wetter seinen Höhepunkt erreichte machten wir uns auf das obligatorische Fußballspiel zu absolvieren. Es wurde barfuß und mit Softball gespielt, zumal auch die kleineren und gar Celina und Chantal mitspielten. Frederik, einer der begnaderten Fußballer und unglücklicherweise unser Gegner wurde von unserem Abwehr-Traumpaar Celina und Chantal gedeckt. "Ihr laßt den nicht mehr alleine - und wenn der auf Klo geht, geht ihr mit!" unterwies Spielführer Heinz unsere Abwehr-Asse. Frederik hatte fortan nicht viel zu lachen, denn die beiden Mädels redeten unentwegt auf "Franziska", wie sie ihn nannten ein - und nahmen ihm tatsächlich das ein ums andere Mal den Ball von den Füßen - da half alles Können nichts.

Die Verlierer, aber auch die Gewinner, der sehr fair und streßlos geführten Partie, sehnten sich nach dem kühlen Naß. Beim Stand von 10:7 konnten wir endlich alle ins Wasser gehen, was sonst nur den Verlierern vorbehalten gewesen wäre.

Das nächste Highlight folgte bald darauf: Stockbrotbacken. Viele Kinder buken sich herrlich braun gebackene Brote, die auch sogleich verzehrt wurden - nur Jürgen, der mußte für seine beiden arbeiten. Schnell war der Teig alle und in den kleinen Schleckermäulchen verschwunden.

Beim Abendessen mußten wir doch schon ein wenig stopfen - Martin und Günter trugen auch noch einen Kraut- bzw. gemischten Salat zum Büffet bei, auch wenn immer noch sehr reichlich von Joachims Salaten vorhanden war. Und es kam noch schlimmer: erbarmungslos öffnete Joachim noch einen weiteren Schichtsalat. "Wenn ihr die Salate nicht esst, macht meine Frau nächstes Jahr keinen mehr", drohte er und so wurden die ohnehin schon ansehnlichen Kugeln noch ein wenig praller.

Am Sonntag morgen ging alles, wie üblich, sehr zügig und geübt von der Hand. Ein jeder zerlegte seine Heimstatt und entlüftete die Boote. Pavillon und Grill waren schnell verstaut und es blieben, wie gewohnt, viele Dinge übrig, die keinen Besitzer mehr hatten.

Es folgte das obligatorische Gruppenfoto am Seeufer, noch ein abschließendes Bad und bis auf ein paar wenige traten wir die Heimreise an. Natürlich kehrten wir, wie jedes Jahr, beim Hamburgerbräter ein und gaben schließlich unsere Sprößlinge wieder in den Schoß der Frau Mama

Alle tausend Dinge, die man bei solchen Gelegenheiten so mit sich führt wurden wieder verstaut - und so warten wir auf das nächste VKZ-Ereignis. 
       
Das Gruppenbild zum Abschluß:
Uwe Böcker

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