Tanzkür Standard 80er
Tanzkür in den fünf Standard Tänzen:
Langsamer Walzer, Wiener Walzer, Slow Fox, Tango und Quickstep
Wir gingen wieder einmal rhythmisch beschwingt vom Tanzkurs nach Hause, als Lioba auf den Gedanken kam: "Was hälst Du davon, wenn wir beim nächsten Tanzabend solo vortanzen?"
Überrascht blickte ich meiner Frau tief in die Augen, denn sie ist eigentlich eher weniger geneigt sich vor Publikum zu präsentieren. Gut gelaunt erwiderte ich: "Das halte ich für eine tolle Idee!".
Zunächst erkundigten wir uns in unserem Tanzkreis, der "First Dance Group Fliesteden", ob sie damit einverstanden wären, wenn wir statt einer Formation eine Einzel-Tanzkür tanzten. Von da an half man uns in all unseren Vorbereitungen mit allem was die Zeit so hergab.
Lioba und ich planten unseren Auftritt: welche Tänze nehmen wir, welche Figuren tanzen wir und auf welcher Musik tun wir das? Woher bekommen wir Standard-Tanzkleidung? Wie schneiden wir die Musik? Sollen wir uns schminken?
Wir entschlossen uns zu den Standard-Tänzen. Zuerst stellten wir unsere Kür, d.h. die Tänze und die Figuren zusammen. Es sind 9 Blöcke unterschiedlicher Länge, in denen wir zwischen den einzelnen Tänzen ständig wechseln. Immer wieder korrigierten wir bei unserem Training die Länge und die Figuren - aber schließlich stand unsere Kür, die ca. 6:30 Minuten lang ist.

In unserem Tanzverein, dem Boston Club in Düsseldorf, hängten wir eine Suchmeldung nach einem Standardkleid für Lioba aus. Und tatsächlich - wenige Tage später meldete sich eine nette Dame aus Dormagen und bot das Standard-Kleid ihrer Tochter in Lachsfarben für 50.-- € an. Sofort begaben wir uns dorthin - leider war die Tochter aber zu ihrer aktiven Zeit schmaler als Lioba. Dennoch - Liobas Mutter ist in einem Nähkreis und so dachten wir, das könnte die rechte Herausforderung sein. Wir kauften das Kleid für sage und schreibe 30.-- € (ursprünglicher Kaufpreis: 1000.-- DM) und baten den Nähkreis um Hilfe. Und tatsächlich - den Nähkünstlern gelang es das Kleid passend zu nähen.
Ich begnügte mich derweil mit meiner Hochzeits-Anzugshose, die allerdings geringfügig weiter genäht werden mußte. Von Jürgen erhielt ich in sensationeller Hilfsbereitschaft ein weites Hemd nebst Weste.
Die Musik sollte aus den 80er Jahren stammen. Volker Köllgen stellte uns unzählige CD's 80er Hits zur Verfügung. An mehreren Abenden suchten wir passende Musik zu unseren Standard-Tänzen. Allein die Auswahl der Musik und das Zusammenstellen der Wunschtitel brauchte ca. 16 Stunden.
Nun wurden die Titel auf die benötigte Länge je Tanz geschnitten. Dank Erich Rittig hatten wir nach zwei Sitzungen à 4 Stunden, in denen wir immer wieder unsere Tänze tanzten, unsere Musik zusammen.
Wir trainierten nun bis zu fünf Mal die Woche. Glücklicherweise stellten uns Marita und Jürgen Eberweiser den großen Saal und die Musikanlage kostenlos zur Verfügung. Nach jeder Tanzstunde und fast in jeder freien Minute probierten wir unsere Kür.
Zwischendrin kam dann die Hiobsbotschaft: unser Tanzlehrer, wollte den Abschlußtanzabend auf August verschieben. So lange wollte aber keiner auf den nächsten Tanzabend warten. Die Idee einen eigenen Tanzabend zu organisieren nahm Gestalt an. Hjalmar sollte DJ spielen, Agnieschka, seine Freundin, wurde eingeweiht und so konnten die Dinge ihren Lauf nehmen.
Da nicht alle aus dem Tanzkreis zum Tanzabend kommen konnten, machten wir an einem unserer montäglichen Tanzabende eine Generalprobe. Karin Reuter und Sigrid schminkten Lioba und so zeigten wir erstmals unsere Kür in Original Outfit. Die Begeisterung war genauso groß wie unser Lampenfieber.
Am darauffolgenden Wochenende war es dann soweit. Der Saal war voll - viele waren gekommen - es war eine tolle Veranstaltung. Lioba und ich zogen uns um, wurden geschminkt und warteten dann auf unsereren Auftritt. Ich war die Ruhe selbst - bis 30 sec. vor dem Auftritt. Der Tanzkreis hatte sich Puschel besorgt und stellte sich im Spalier auf.
Jürgen legte das Intro auf: New York von Frank Sinatra - denn wir wollten mit einem Slow Fox einschweben - doch was machte er - er nahm die falsche CD. Doch dann ging es endlich los.
Wir schwebten auf die Tanzfläche und in die Ausgangsposition. Der erste Start scheiterte - aber dann ging es los. Wir gaben alles und das Publikum applaudierte in jeder Pause oder bei jeder gelungenen Aktion. Es war ein unbeschreibliches Erlebnis.
Vielen Dank an unseren Tanzkreis - diesen tollen Menschen, die uns so viel geholfen haben und vielen vielen Dank an unsere Kinder, die manchen Abend geduldig allein zu Hause waren, während wir übten.
Uwe Böcker
erstellt von Uwe Böcker