Rotweinwanderweg
Wandertour 2008
Der Rotweinwanderweg von Altenahr nach Bad Neuenahr
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Start in Altenahr Detlev, Frank, Lorenz und Uwe
Als wir auf dem Parkplatz an der Seilbahn in Altenahr ankamen war es mit gerade 1 Grad Celsius sehr frisch. Es bereiteten sich ein paar Holländer vor, die mit ihren Rennrädern und in schicken Trikots eine Tour fahren sollten. Wir fotografierten gegenseitig unser obligatorisches „Vorher“-Foto, bevor sie, die Holländer, jammernd und frierend davonfuhren und wir uns froh des Weges trollten.
Wir liefen noch ein gutes Stück an der Straße, bis wir den Rotweinwanderweg erreichten. Sogleich machten wir einen Abstecher zur Burg Aare, von der wir den sich auflösenden Nebel über Altenahr beobachteten. Die herbstliche Stille zu dieser morgendlichen Stunde wurde von den permanent auslösenden Kameras unterbrochen. Unser Fotomotiv-Jagdinstinkt war geweckt.
Wenn Frank nicht fotografierte, gab er uns alle Daten unserer Wanderung via GPS-Auswertung bekannt. Wir waren über Höhe, gelaufene Strecke, Durchschnittsgeschwindigkeit und geschätzte Ankunftszeit bestens im Bilde. Bei unserer ersten Rast bei Mayschoß beobachteten wir Winzer bei der Weinlese. Uns wurden Trauben verschiedener Reben zum Probieren gereicht und man zeigte uns wie die Trauben in haarsträubenden Manövern auf engstem Raum mit dem Traktor von Lesekübeln in Behälter auf einem Anhänger umgeladen wurden.
Oberhalb des Ahrtals hatten wir, bei plastischem Herbstlicht, einen wunderbaren Blick auf die Landschaft. Allerdings waren wir bald nicht mehr allein. Unglaublich viele Menschen drängten sich auf dem Wanderweg. Menschentrauben bildeten sich an den Weinständen, an denen Winzer ihre Weine, Federweißer- und roter und einen kleinen Imbiss anboten.
Anfangs nahmen wir noch an, dass die Strecke wohl bis zum frühen Nachmittag erwandert sei. Die Umwege über die Seitentäler brachten uns schließlich in Summe 28 Kilometer. Die letzten Kilometer lief Lorenz wie auf Eiern - er hatte sich wegen neuer Schuhe Blasen gelaufen.
Übernachtet haben wir in Bad Neuenahr für kleines Geld in einer Privatunterkunft. Dort erwartete man uns sehnsüchtig. Die Touristeninformation hatte nicht weitergegeben, dass wir erst am Abend eintreffen würden, was wir trotz der Strecke und Lorenz’ Füße auch schafften.
Am nächsten Morgen waren unser aller Beschwerden, Muskelkater in den Beinen und insbesondere Lorenz Ungemach, entgegen unserer Erwartungen noch vollständig spürbar. Wir spazierten nach Ahrweiler (immerhin noch 4 Kilometer) und schlenderten durch die malerische Altstadt, die noch vollständig von der Burgmauer umgeben ist. Unsere Entscheidung war unangenehm aber notwendig: wir wollten mit dem Zug zurück nach Altenahr. Wir mussten allerdings noch einen Zug abwarten, da die Fahrscheinautomaten der Deutschen Bahn unverständlich, unübersichtlich und unperformant sind. Bis wir für uns die richtige Fahrkarte gefunden und alle unsere Eingaben gemacht hatten waren mehrere Minuten vergangen.
In Altenahr gewannen wir dafür der Seilbahn noch einiges ab und konnten noch einige Blicke auf das Ahrtal erleben.
Der Rotweinwanderweg (hier von Altenahr nach Bad Neuenahr) bietet sehr gute Sichten auf das schönste Stück des Ahrtales. Die Strecke ist keine besondere Herausforderungen: die Steigungen sind moderat und die Wege sind meist asphaltiert. An Wochenenden wird der Weg von sehr vielen Menschen besucht. Bei den etwas engeren Passagen (bei Dernau) ist ein ruhiges Wandern unmöglich..
erstellt von Uwe Böcker