Fliesteden historisch
Fliesteden war eine kurkölnische Herrlichkeit in der Herrschaft Bedburg. Erstmals wurde der Ort 1134 als "Vlysteiden" in einer Urkunde erwähnt. Der Name bedeutet "Siedlung an einem Gewässer". Die Entstehung des Ortes reicht noch in die fränkische Zeit zurück. Grundherren in Fliesteden waren verschiedene Adelsfamilien und Kölner Klöster, vor allem aber das Stift St. Ursula. Als Gerichtsherren und Landesherren sind seit dem 13. Jh. die Inhaber der Grafschaft Bedburg nachweisbar. Fliesteden gehörte damit zu Kurköln. Die Bevölkerung bestand um 1800 aus Tagelöhnern, die in der Landwirtschaft arbeiteten, Bauern und wenigen Handwerkern, dem Pfarrer, Küster und Lehrer. Nach 1907 gab es 35 Bauern in Fliesteden. Heute ist die Zahl der Höfe auf neun zurückgegangen.

Der Ort strahlt auf Grund zahlreicher erhaltener historischer Gebäude und des natürlichen Umfeldes viel Charme aus. Hier sind besonders die beiden Burgen, die sogenannte Ober -und die Unterburg, zu nennen. Diese, aus dem Mittelalter stammenden Burgen, sind heute Sitze landwirtschaftlicher Betriebe.
Heute ist Fliesteden mit 1859 Einwohnern ein beschaulicher Ort, der seit 1975 einen Einwohnerzuwachs um ca. 60% zu verzeichnen hat. Die Vorteile einer stadtnahen, aber doch noch ländlich strukturierten Lage haben vielen Neubürgern die Wahl des Wohnsitzes erleichtert. Hinzukommt, dass nach wie vor alle wichtigen Geschäfte und Einrichtungen zur Versorgung der Bevölkerung vorhanden sind. Die beiden Burgen in Fliesteden: Ober- und Unterburg Vor der französischen Herrschaft (1794 - 1814) war Fliesteden eine Unterherrschaft im Erzstift Köln. Es lag an der Grenze des kurkölnischen Staates. 1715 ließ Erzbischof Josef Clemens den Herrn der "Oberburg", Heinrich von Graß, gefangen nehmen, um ihn zur Anerkennung der erzbischöflichen Landeshoheit zu zwingen. Die Adelsfamilien auf den beiden Burgen übten gemeinsam die Gerichtsbarkeit und Verwaltungshoheit in dem kleinen Dorf aus. Die Burgen bestehen nicht mehr.

Die "Oberburg" ist heute eine fränkische Hofanlage am südöstlichen Rand des Dorfes. Ihr Herrenhaus ist ein zweistöckiger Bau mit einem Walmdach. Im Drempel befinden sich fünf kreisförmige Öffnungen. Auch an anderen Bauernhäusern der Gegend kehren diese Drempel mit runden Öffnungen wieder. Alle Häuser mit dieser Eigenart dürften um die Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut worden sein. Das klassische Aussehen der ?Burg? wird durch die Sprossenfenster und die grünen Schlagläden noch erhöht.

Die frühere "Unterburg" heißt jetzt "Frenzenhof". Der Name ist von der Adelsfamilie v. Frentz abgeleitet, die im 16. Und 17. Jahrhundert im Besitz der Burg war. Das Wohnhaus ist weiß verputzt und hat auf der Gartenseite vier Achsen. Über dem Hoftor ist ein Wappen zu sehen: drei verschlungene Fische, darüber eine fünfzackige Krone. Die Jahreszahl 1761 deutet auf den Bau des Hauses um diese Zeit hin. Das Wirtschaftsgebäude rechts vom Tor birgt eine Marienstatue. Südlich der Hofanlage liegt ein Weiher. Er ist einer der letzten von früher vielen Fliestedener Gewässern.