Das können wir schon.....
Das können wir schon.....
Frühstück bei den Kindern der Fliester Schreihäls
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Hier heißt es, selbst ist die „kleine Frau“ oder der „kleine Mann“! Wenn sich des Morgens um 7.00 Uhr die Türe zum Kindergarten der kleinen Schreihäls öffnet, helfen die ersten Frühaufsteher bei der Zubereitung des Frühstückbüffets. Mit weißem Porzellan wird ein Tisch im Küchenbereich des Gruppenraumes gedeckt. Schon die Kleinsten (manchmal noch keine drei Jahre alt!) üben sich im guten Umgang mit zerbrechlichen Dingen - und das Vertrauen hat sich bisweilen immer gelohnt! Wenn die vielen Obst und Gemüsesorten mundgerecht geschnitten worden sind, verschiedene Brotsorten, Käse, vegetarische Aufstriche, Müsli, Apfelsaft und vieles mehr, seinen Platz am Tisch gefunden haben, läd gemütliches Licht und manchmal auch leise Musik oder eine dezente Duftlampe ein, ein appetitliches, gesundes Frühstück einzunehmen!
Und die Ersten lassen auch nicht lange auf sich warten. Mancher genießt die morgendliche Ruhe um sich einem ausgiebigen Mahl hinzugeben; mancher wartet lieber bis ein anderer dazukommt und man sich bei einem Tischgespräch gemeinsam die leckeren Speisen auf der Zunge zergehen lassen kann. Stressfrei kann man wählen, nach was einem an diesem Morgen der Sinn steht, denn man brauchte Zuhause nicht entscheiden, welcher Belag auf das Butterbrot kommt. Auch die Frühstückstasche kann man getrost vergessen, denn sie wird hier garnicht benötigt.
Die Kindergarteneltern haben im Auftrag der Erzieherinnen und im Rahmen des Hausdienstes schon für den Einkauf gesorgt.
Die Augen haben gewählt, die Hände genommen und bereitet, die Münder gegessen und waren die Blicke etwas größer als der Magen, so lernen die Kinder behutsam, aber konsequent, Entscheidungen zu treffen und durchzuführen. Eigene Vorlieben oder auch Abneigungen werden erfahren, ein gesundes Körpergefühl von Hunger und satt eingeübt. Aber auch ein bewußter Umgang mit Lebensmitteln und Achtung vor der Natur werden vermittelt. Wenn sich der Teller oder die Schüssel dann leert, darf man sich in Sachen „Haushaltsdiplom“ üben! Die kleine Kinderspüle macht es möglich, dass die „Minis“ selbstständig Geschirr spülen und abtrocknen können.
Gleichberechtigung wird hier groß geschrieben und viele Kinder genießen das „meditative Teilschaumbad“. Noch schnell einen Blick, ob man den Platz am Tisch für den Nachfolger sauber hinterlassen hat und dann kann das abgetrocknete Geschirr wieder auf den Tisch zurück. Mitunter werden Frühstückswünsche geäußert und als Bestellung weitergegeben. Die kleinen Hände gießen selbsttätig aus einer Glaskaraffe,- die immerhin einen Liter enthält-, Apfelsaft in die Porzellantasse, während ein anderer den Tischnachbarn um die Käseplatte gegenüber bittet. Mit Messern wird die Butter auf dem körnigen Brot verteilt und mit Geduld und Ausdauer sieht die selbstgemachte Schnitte zunehmend manierlicher aus!
Zwischen 7.00 Uhr und ca. 10.30 Uhr findet dieses Frühstücksbüffet nach freier Wahl statt. Zum Ende geht eines der Kinder noch mal durch sämtliche Räume des Hauses mit dem Aufruf:“letzte Möglichkeit zum Frühstück“!Spielversunkene oder „Selbstvergessene“ haben dann nochmal eine letzte Entscheidungsmöglichkeit ein Frühstück einzunehmen. Gezwungen wird keiner; Zuspruch gibt’s jedoch schon. Ein gutes Gefühl für sich selbst, Freude an der Entscheidung und Zubereitung des selbstgemachten
Frühstücks stehen im Vordergrund. Verantwortlichkeit und Selbständigkeit und nicht zuletzt die Lust am Essen und einer Tischgemeinschaft mit gesunden Regeln, sollen von unseren Kindern erfahren und gelebt werden! Manchmal gibt es auch ein großes gemeinsames Essen zu Festen, denn Tischkultur und ein positives Verhältnis zu den elementaren Dingen des Lebens sind uns sehr wichtig!
Weiterhin guten Appetit und viel Freude dabei, ihr lieben Kinder!
erstellt von Claudia Bönders